Spuren- und Fährtenkunde mit dem NABU Hamburg

Nach meinem Vortrag über das Fährtenlesen im letzten Jahr, gab es nach einiger Zeit der Planung und Vorbereitung am Samstag, den 21.01.2017, im Duvenstedter Brook den ersten gemeinsamen Workshop zum Spurenlesen als Kooperation zwischen dem NABU Hamburg und mir.

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Der Winter hatte sich wieder etwas zurückgezogen und kaum noch Schnee liegen lassen. Dafür war der Boden nicht mehr gefroren und das Wetter auch sonst relativ angenehm, so dass wir uns im ersten Teil der Veranstaltung, unserer Exkursion durch den Brook, ganz auf die Spuren und Zeichen konzentrieren konnten.

1Guido und Krzysztof vom NABU und ich führten unsere Kursteilnehmer auf dem asphaltierten Hauptweg in den Brook. Wir brauchten nicht weit zu gehen, bis die ersten Wildwechsel unseren Weg kreuzten. Wer weiß, worauf er achten muss, kann fast überall Wege der Tiere entdecken. Die Unterschiede in der Farbe und Textur von Waldboden und Wildpfad, von der ungestörten Grundstimmung, der sogenannten baseline, zum häufig benutzten Weg sind manchmal fast so auffällig wie unsere menschlichen Wege.

Immer3 den Kontext im Auge und den Wunsch mehr über die Verursacher der Spuren zu lernen, fanden wir bald auch Fraßspuren an jungen Bäumen, Reviermarkierungen und Losung, alles Hinweise auf ihre Verursacher, auch ohne klare Fußabdrücke.

Aber natürlich gab es auf dem sandigen Reitweg immer wieder auch Schalenabdrücke zu sehen und je weiter wir in den Brook gingen, desto häufiger und auffälliger wurden auch die Wühlspuren der Wildschweine.

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11Am Rande einer großen Wiese am Fuß einer dicken Eiche waren Stellen des hohen Grases niedergedrückt. Die freie Fläche und die Morgensonne im Blick und den schützenden Stamm im Rücken waren das perfekte Lagerplätze und richtig, an einigen Brombeerranken waren Haare hängengeblieben.

Auf unserem Vorbereitungsrundgang fanden Krzysztof und ich an dieser Stelle auch Losung, aber auch so war die Größe der Lagerstellen ein guter Hinweis auf die Tiere, die dort geruht hatten.

Ein aufgetauter und gut durchfeuchteter Sandweg hat eine schöne Fährte eines Pferdes aufgenommen und uns die Gelegenheit gegeben, uns ein wenig über Gangarten zu unterhalten. Auch an diesem Weg wechseln regelmäßig Tiere vom schützenden Wald auf die Wiese und wieder zurück.

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Während wir Spuren vermaßen und zeichneten ließen sich zwei Spechte im Wald hören, am entfernten Rand der Wiese unterhielten sich zwei Kolkraben in den Wipfeln und ein einsamer Mäusebussard beobachtete die Szenerie.

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Auf dem Rückweg zum BrookHus zeigte uns Krzysztof zahlreiche Vogelnester, die in den jetzt kahlen Bäumen gut zu sehen waren und erklärte charakteristische Unterschiede, die auf ihre Erbauer schließen lassen.

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Im zweiten Teil der Veranstaltung haben wir im BrookHus anhand der Literatur die Spuren bestimmt, die wir draußen gefunden haben. Außerdem hat der Fundus des NABU noch zahlreiche Vogelnester und -eier, Gewölle und Schädel zum Vorschein gebracht. In Kleingruppen und unterstützt durch Guido, Krzysztof und mich, sind die Teilnehmer etwas tiefer in einige der vielen Facetten des Spurenlesens eingetaucht.

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