Gewahrsein

We experience the sensuous world only by rendering ourselves vulnerable to that world.
Sensory perception is this ongoing interweavement:
the terrain enters into us only to the extent that we allow ourselves to be taken up within that terrain.
– David Abram

Gewahrsein_1

Das Fährtenlesen fordert unsere gesamte Achtsamkeit, nicht nur für die Spuren und Zeichen selbst, sondern ebenso sehr für unsere Umgebung.

Manchmal sind es nur winzige und unscheinbare Details, die uns entscheidende Hinweise geben, doch müssen wir auch die Landschaft selbst im Blick behalten, wenn wir die Bewegungen der Tiere auf ihrer Suche nach Nahrung oder Schutz verstehen wollen.

Was sagen uns unsere Ohren über die Aktivitäten der Tiere? Was beunruhigt die Vögel? Waren wir es selbst, die wir mit unserer aus der Stadt gewohnten Eile durch das Dickicht stolpern oder haben sie einen Habicht oder Falken bemerkt?

Unsere Nase riecht die Reviermarkierung eines Fuchses noch bevor wir dessen Spuren sehen konnten oder berichtet uns mit dem Geruch von feuchter Erde vom Regenschauer am Morgen, der uns beim Frühstück im Haus entgangen ist. Der kalte Luftzug im Nacken flüstert vom Wind, der unsere eigene Witterung vor uns her trägt und so den Tieren von uns berichtet, lange bevor wir in ihre Nähe gelangen.

Wir haben noch viel zu lernen, um wieder aufmerksam zu sein wie ein Reh, dessen Leben von der Wachheit seiner Sinne abhängt.

Uns dem sinnlichen Erleben zuzuwenden verleiht unserem Leben einen neuen Sinn.

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